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Operative Verkleinerung der Nasenmuscheln
An den Seitenwänden der beiden Nasenhaupthöhlen befinden sich je drei Nasenmuscheln, dünne Knochenlamellen, die mit dicker Schleimhaut überzogen sind (vgl. Abb. 1). An den Nasenmuscheln wird die eingeatmete Luft gefiltert, erwärmt und befeuchtet. Bei Ihnen/Ihrem Kind sind die Nasenmuscheln vergrößert, Nasenatmung und/oder Geruchssinn sind behindert. Dadurch kann es zu immer wiederkehrenden Infekten der oberen Luftwege (z. B. Nasennebenhöhlenentzündungen, Entzündungen des Rachenraumes und der Luftröhre), Schnarchen, Schlafstörungen und Kopfschmerzen kommen.
Da eine medikamentöse Behandlung nicht den gewünschten Erfolg hatte, raten wir zur operativen Verkleinerung der Nasenmuscheln.
Der Eingriff
Der Eingriff kann in örtlicher Betäubung oder in Narkose durchgeführt werden. Es gibt folgende drei Verfahren, die Nasenmuscheln zu verkleinern:
(1) Elektrokoagulation:
Eine Elektrode wird in die Nasenmuschel eingestochen. Durch die Hitze, die durch hochfrequenten Strom entsteht, schrumpft die Schleimhaut. Anstelle von hochfrequentem Strom kann auch ein Laser für die Schleimhautschrumpfung eingesetzt werden.
(2) Muschelkappung:
Vom freien Rand der vergrößerten (meist unteren) Nasenmuscheln wird ein etwa 2-3 mm breiter Schleimhautsaum entfernt. Ist die mittlere Nasenmuschel durch eine lufthaltige Zelle vergrößert, wird sie teilweise entfernt. In beide Nasenhaupthöhlen wird für etwa zwei Tage eine Tamponade eingelegt.
(3) Seitwärtsverlagerung (Latera position):
Nach Lösen des knöchernen Gerüsts wird die Nasenmuschel zur Seite verlagert.
In beide Nasenhaupthöhlen wird für etwa zwei Tage eine Tamponade eingelegt.
Während eines Eingriffs kann es notwendig werden, das zunächst vorgesehene Verfahren zu ändern oder zu erweitern. Bitte erteilen Sie dazu Ihre Einwilligung, damit sich ein zusätzlicher Eingriff erübrigt.
Welche Nebenwirkungen und Komplikationen können auftreten?
Nachblutungen lassen sich meist durch eine erneute Tamponade stillen und müssen nur ausnahmsweise operativ behandelt werden. Vereinzelt tritt als Spätkomplikation eine Austrocknung der Nasenschleimhaut mit Borkenbildung und übelriechendem Ausfluss (Stinknase) auf. Sehr selten verwächst die Nasenmuschel mit der Nasenscheidewand. Die Verwachsungen können in einem weiteren Eingriff in örtlicher Betäubung gelöst werden.
Allgemeine Operationsrisiken, wie die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombose) und ihre Verschleppung mit Verschluss eines Blutgefäßes (Embolie) sowie Infektionen und Wundheilungsstörungen, sind bei diesem Eingriff sehr selten.
Auch begleitende Maßnahmen sind nicht risikofrei. So können z.B. Infusionen oder Injektionen selten einmal örtliche Gewebsschäden (Spritzenabszesse, Nekrosen, Nerven- und/oder Venen Reizungen) nach sich ziehen. Bei übertragung/Anwendung von Fremdblut oder Blutbestandteilen (Blutkomponenten, Plasmaderivaten) ist eine Infektion, z.B. mit Hepatitis-Viren (Leberentzündung) und extrem selten (etwa 1:1 Million übertragene Blutkonserven) mit HIV (AIDS), nicht sicher auszuschließen. Ob BSE bzw. die neue Variante der Creutzfeld-Jakob-Erkrankung durch Blutprodukte übertragen werden kann, ist noch offen. Es wird aber alles getan, um ein denkbares Restrisiko in engsten Grenzen zu halten. Eine Eigenblutspende vermeidet diese Risiken, ist aber wegen der geringen Transfusionswahrscheinlichkeit bei diesem Eingriff nicht sinnvoll.
Behandlungserfolg
Durch die Verkleinerung der Nasenmuschel wird die Nasenatmung meist deutlich verbessert. Bei den kleineren Eingriffen, wie Koagulation und Laseranwendung, bleibt manchmal der erwünschte Erfolg aus, so dass wir dann in diesen Fällen zu einer Teilentfernung der Nasenmuschel raten.
Verschlechtert sich die Nasenatmung im Laufe der Zeit wieder, ist ein erneuter Eingriff möglich.
Bitte unbedingt beachten!
Soweit ärztlich nicht anders angeordnet:
Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen, müssen vor der Operation umgestellt bzw. abgesetzt werden. Bei der Einnahme von Marcumar® oder Falithrom® ist eine Umstellung auf Heparin unter ärztlicher Kontrolle notwendig. Acetylsalicylsäure-Präparate (z.B. ASS®, Aspirin®) müssen 1 Woche vor der Operation abgesetzt werden. Bitte besprechen Sie dies mit Ihrem behandelnden Arzt/Ihrer ärztin.
Soll der Eingriff in örtlicher Betäubung durchgeführt werden, vor dem Eingriff
4 Stunden nicht mehr essen und nicht mehr rauchen.
Bis 2 Stunden vorher dürfen Sie klare Flüssigkeit (z.B. Tee, Mineralwasser) trinken.
über eine Narkose und deren Vorbereitung werden Sie gesondert aufgeklärt.
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