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Operative Behandlung von Nasenbrüchen
Ist bei Ihnen oder Ihrem Kind durch äußere Gewalteinwirkung das Nasenbein gebrochen und die Knochenbruchstücke haben sich verschoben, dann ist eine operative Behandlung des Bruches in jedem Fall ratsam. Häufig ist auch die Nasenscheidewand gebrochen und die Nasenschleimhaut verletzt. Starkes Nasenbluten, ein Bluterguss und Schwellungen können die Folge sein. Wird der Bruch nicht eingerichtet, besteht die Gefahr, dass die Knochen bzw. der Knorpel in Fehlstellung zusammenwachsen und dass es zu einer bleibenden Formabweichung des Nasengerüstes kommt. Das Aussehen, aber auch die Atmungsfunktion können dadurch beeinträchtigt sein. Wiederkehrende Infekte der oberen Luftwege (z.B. Nasennebenhöhlenentzündungen, Entzündungen des Rachenraumes und der Luftröhre), Schnarchen, Schlafstörungen und Kopfschmerzen können die Folge sein.
Der Eingriff:
In Narkose oder in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) werden die knöchernen Bruchstücke des Nasenbeins vom Naseninneren her so eingerichtet, dass die Nase wieder ihre ursprüngliche Form annimmt. Ist auch die Nasenscheidewand gebrochen, wird sie begradigt und mit Hilfe zweier Silikonfolien stabilisiert. Ein Bluterguss zwischen Schleimhaut und Knorpel wird ausgeräumt, um die Gefahr einer Knorpelentzündung bzw. eines Untergangs des Knorpels zu verhindern.
Zum Schutz und zur Stabilisierung des Nasengerüstes wird nach dem Eingriff eine Schiene bzw. ein Gips über der Nase angebracht. Wurde die Nasenscheidewand mitoperiert, kann für drei bis fünf Tage eine Tamponierung von innen her erforderlich sein.
Welche Nebenwirkungen und Komplikationen können auftreten?
Leichte Nachblutungen, Schwellungen und Schmerzen klingen in der Regel nach einigen Tagen von selbst ab. Stärkere Nachblutungen lassen sich meist durch eine erneute Tamponade bzw. durch abschwellende Nasentropfen stillen und müssen nur ausnahmsweise operativ behandelt werden.
Ebenso heilen Druckstellen durch den schienenden Verband in aller Regel problemlos ab. Selten wird das Gewebe so stark geschädigt, dass später Narben oder eine dauerhafte Rötung der Nasenhaut verbleiben.
Leichte Gefühlsstörungen an Oberlippe, Zahnfleisch und Oberkieferzähnen gehen meist nach einiger Zeit von selbst zurück. Trockenheitsgefühl in der Nase kann eine Salbenbehandlung notwendig machen. Infektionen der Nasenschleimhaut erfordern eine Antibiotikabehandlung. Selten entsteht ein Abszess im Bereich der Nasenscheidewand (Septumabszess), der nach einer operativen Eröffnung in aller Regel folgenlos abheilt. Dellt sich sehr selten nach Knorpelverlusten der Nasenrücken ein (Sattelnase), ist eine Korrekturoperation möglich.
Wird auch die Nasenscheidewand operiert, so kann diese später aus der Mitte verrutschen. Selten entsteht ein Loch in der Nasenscheidewand (Septumperforation), das ein Pfeifgeräusch beim Atmen, eine verstärkte Borkenbildung und wiederholtes Nasenbluten zur Folge haben kann. Ein operativer Verschluss kann dann erforderlich werden. Verwachsungen der Nasenscheidewand mit einer Nasenmuschel (Synechie), können die Nasenatmung behindern.
Dauerhafte Sehverschlechterung bis hin zum Verlust der Sehfähigkeit durch Blutungen in die Augenhöhle, Infektionen, Nebenwirkungen von Medikamenten sowie durch den Verschluss von zentralen Augen- und Sehnervengefäßen infolge von Injektionen sind extrem selten, dass hierzu keine Zahlen verfügbar sind.
Bei Allergie oder überempfindlichkeit auf Medikamente, Desinfektionsmittel, Latex, können vorübergehend Schwellung, Juckreiz, Niesen, Hautausschlag, Schwindel oder Erbrechen und ähnliche leichtere Reaktionen auftreten. Schwerwiegende Komplikationen im Bereich lebenswichtiger Funktionen (Herz, Kreislauf, Atmung, Nieren) und bleibende Schäden (z.B. Organversagen, Lähmungen) sind extrem selten.
Allgemeine Operationsrisiken, wie die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombose) und ihre Verschleppung mit Verschluss eines Blutgefäßes (Embolie) sowie Wundheilungsstörungen sind bei diesem Eingriff sehr selten.
Auch begleitende Maßnahmen sind nicht risikofrei. So können z.B. Infusionen oder Injektionen selten einmal örtliche Gewebsschäden (Spritzenabszesse, Nekrosen, Nerven- und/oder Venenreizungen) nach sich ziehen. Bei übertragung/Anwendung von Fremdblut oder Blutbestandteilen (Blutkomponenten, Plasmaderivate) ist eine Infektion, z.B. mit Hepatitis-Viren (Leberentzündung) und extrem selten (weniger als 1:1 Million übertragene Blutkonserven) mit HIV (AIDS), nicht sicher auszuschließen. Ob BSE bzw. die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung durch Blutprodukte übertragen werden kann, ist noch offen. Es wird aber alles getan, um ein denkbares Restrisiko in engsten Grenzen zu halten. Eine Eigenblutspende vermeidet diese Risiken, ist aber wegen der geringen Transfusionswahrscheinlichkeit bei diesem Eingriff nicht sinnvoll.
Behandlungserfolg
In den meisten Fällen lässt sich mit der Operation die natürliche Form und Funktion der Nase wiederherstellen. Nur ausnahmsweise bleibt die Form der Nase verändert und/oder die Nasenatmung behindert.
Da die Nase nach Abnehmen des Verbandes meist noch deutlich geschwollen ist, wird das Ergebnis manchmal erst nach Wochen oder Monaten erkennbar. Nach völligem Abschwellen können sich kleine Unebenheiten oder Unregelmäßigkeiten abzeichnen, insbesondere am Nasenrücken. Sollte das Ergebnis nicht zufriedenstellend sein, ist später eine plastische Korrektur der Nase möglich.
Bitte unbedingt beachten!
Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen, müssen vor der Operation umgestellt bzw. abgesetzt werden. Bei der Einnahme von Marcumar® oder Falithrom® ist eine Umstellung auf Heparin unter ärztlicher Kontrolle notwendig. Acetylsalicylsäure-Präparate (z.B. ASS®, Aspirin0) müssen 1 Woche vor der Operation abgesetzt werden. Bitte besprechen Sie dies mit Ihrem behandelnden Arzt/Ihrer ärztin.
Soll der Eingriff in örtlicher Betäubung durchgeführt werden, vor dem Eingriff
4 Stunden nicht mehr essen und nicht mehr rauchen.
Bis 2 Stunden vorher dürfen Sie klare Flüssigkeit (z.B. Tee, Mineralwasser) trinken.
über eine Narkose und deren Vorbereitung werden Sie gesondert aufgeklärt.
Nach dem Eingriff
Sie sollten folgendes beachten:
Acht Tage lang keinesfalls schnäuzen, auch wenn die Tamponade bereits entfernt wurde. Nasensekret nur abtupfen. Vermeiden Sie es, die Nase zu berühren. Beim Niesen den Mund weit öffnen.
Mit erhöhtem Oberkörper und ausschließlich in Rückenlage schlafen, damit die Schwellungen möglichst rasch abklingen. Stehen Sie tagsüber auf, gehen Sie spazieren und setzen Sie sich sooft wie möglich aufrecht hin. Eine konsequente Kühlung der Lider unterstützt das Abklingen der Schwellungen.
In den ersten 3 Wochen ist die Nase noch sehr empfindlich. Deshalb alles vermeiden, was die Nase zum Schwellen bringt oder Druck ausübt (z.B. körperliche Anstrengung, Sport, Sonnenbäder, Sauna, Tragen einer Brille; Kontaktlinsen können bereits am Tag nach der Operation eingesetzt werden).
Den Verband, der die Nase schützt und ihre Form stabilisiert, nicht eigenmächtig verändern! Wir werden Ihnen mitteilen, wie lange der stabilisierende Verband getragen werden muss.
Nach dem ambulanten Eingriff werden wir Ihnen mitteilen, wann Sie oder Ihr Kind wieder aktiv am Straßenverkehr teilnehmen dürfen. Sie sollten wegen möglicher Nachwirkungen der örtlichen Betäubung bzw. der Narkose während dieser Zeit auch nicht an laufenden Maschinen arbeiten, keinen Alkohol trinken und keine wichtigen Entscheidungen treffen.
Sollten erhöhte Temperatur (über 38° C), Schmerzen oder sonstige Störungen des Allgemeinbefindens auftreten, bitte sofort Ihre ärztin/Ihren Arzt informieren. Dasselbe gilt bei Blutungen aus Nase oder Mund sowie blutigem Husten, auch wenn diese Beschwerden erst einige Tage nach der Operation auftreten.
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------------------------------ Unser Tipp:
Schauen Sie doch mal auf das neue Patienten-Portal des Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V. vorbei. Hier erfahren Sie hier alles Wissenswerte rund um die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.
www.hno-aerzte-im-netz.de
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 | Zertifiziert nach dem Qualitätssicherungssystem für ambulantes Operieren |
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